Das andere Gesicht: Ist Robert Geiss ein jähzorniger Wüterich?

Wir alle kennen die Geissens als prollige, manchmal etwas tollpatschige, aber liebenswerte Millionärsfamillie. Mit ihrem drolligen kölschen Dialekt und ihrer schlichten bodenständigen Art haben die Geissens die Herzen der Zuschauer erobert. Jetzt gibt es Berichte, bei denen das Bild, das wir bisher von den Geissens hatten, ins Wanken gerät. Abseits der Dreharbeiten, wenn Sie nicht vor der Kamera stehen, soll vor allem Familienoberhaupt Robert Geissens ein ganz anderes Gesicht zeigen als vor der Kamera.

DIE WELT enthüllt brisante Informationen über die Geissens.

Die Zeitung „DIE WELT“ hat einen Artikel veröffentlicht, der ein erschreckendes Bild zeigt. Einige ehemalige Kapitäne von Geissens Yacht haben aus dem Nähkästchen geplaudert. Und ehemalige Kapitäne und Crewmitglieder gibt es reichlich, denn bisher haben es nur wenige Crewmitglieder längere Zeit auf der Geissen-Yacht „Indigo Star“ ausgehalten. Der Grund: Robert Geissen. Das Familienoberhaupt soll sich – wenn wir den Angaben der Ex-Kapitäne trauen können- als rücksichtsloser, cholerischer Despot gebärden. Geissen soll sich nicht unter Kontrolle haben und mit seinen völlig unkontrollierten Wutanfällen und Schikanen die Besatzung der Yacht in den Wahnsinn treiben.

„Er schreit nur rum. Er ist wie ein wilder Hund“, sagt ein Kapitän.

Einer der Ex-Kapitäne über Robert Geiss: „Er schreit nur rum. Er ist wie ein wilder Hund“. Keine der Schiffsbesatzungen hat es bisher länger als einige Monate auf der Yacht „Indigo Star“ ausgehalten. Entweder die Leute kündigen nach kurzer Zeit freiwillig oder sie werden von Robert Geissen in einem seiner unzähligen Wutanfälle gefeuert. Die Welt hat umfassende Recherchen angestellt und mit einer ganzen Reihe von Leuten gesprochen, die früher im Umfeld der Geissens gearbeitet haben. Die Angaben decken sich nicht nur mit den Aussagen der Kapitäne. Sie enthüllen noch weitere brisante Informationen.

Neigt Robert Geiss zur Gewalt?

So wird gegen Robert Geissen wegen Körperverletzung ermittelt. Ein früherer Geschäftspartner hat ausgesagt, dass Geissen ihn in Kolumbien bei einem Streit über einen Betrag von 9.000 Euro ins Gesicht geschlagen haben soll. Die Staatsanwaltschaft Freiburg hat deswegen Ermittlungen wegen Körperverletzung aufgenommen. Inzwischen wurden die Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft Köln abgegeben. Robert Geiss und seine Anwälte streiten alles ab und geben dem Gegner die Schuld. Aussage steht gegen Aussage.

Aber das ist nicht der einzige Fall, in dem Robert Geiss handgreiflich wird. Ein türkischer Kapitän, der im Jahr 2014 das Kommando auf der Geissen-Jacht „Indigo Star“ hatte, beschuldigt Robert Geiss, ihn massiv beleidigt und beschimpft und in die Brust geboxt zu haben. Der Grund: Geissen soll Teile der Yacht als nicht genügend aufgeräumt empfunden haben. Nach dem Zwischenfall, soll Robert Geiss den Kapitän, den ersten Offizier und den Chef-Steward gefeuert haben. Der Kapitän behauptet, das Geiss ihm noch 4500 Euro Gehalt schuldet. Der Kapitän ist laut DIE WELT dazu bereit, seine Aussagen vor einer Staatsanwaltschaft zu beeiden.

Werden Geissen seine Türken-Sprüche zum Verhängnis?

Er beschuldigt Geissen auch, rassistische Ansichten zu haben. Geissen soll ihm ins Gesicht gesagt haben, dass er keine Türken mag. Auch andere Ex-Geissen-Mitarbeiter berichten ähnliches. Demnach soll Robert Geissen Sätze gesagt haben wie „Nur ein toter Türke ist ein guter Türke“. Geissens Anwalt dazu:  Die fraglichen Äußerungen könnten „irgendwann einmal als absolut nicht ernst gemeinter‘ dummer Spruch von ihm getätigt worden sein“. Zu den Vorwürfen des Kapitäns haben sich allerdings weder Robert Geiss noch sein Anwalt bisher geäußert.

Nicht nur die Besatzungen der Yacht wechseln ständig. Auch die Produktionsteams, die mit den Geissens auf Reisen gehen, halten es meist nicht lange mit der Millionärsfamilie aus. Ex-Mitarbeiter behaupten laut DIE WELT, dass Produktionsteams, die mit den Geissens drehen sollen, extra hohe Honorare fordern, branchenintern als „Schmerzensgeld“ bezeichnet. „Robert Geiss ist der schlimmste Typ, der mir jemals begegnet ist“, so ein ehemaliger Mitarbeiter eines Produktionsteams.

Alles hat vor zwanzig Jahren angefangen

Angefangen hat alles vor über zwanzig Jahren. Die Robert Geiss baute mit seinem Bruder das Modelabel „Uncle Sam“ auf, dass die beiden 1995 für eine zweistelligen Millionenbetrag verkaufen konnten. Robert Geiss und Seine Frau Carmen erhielten einen Betrag von 80 Millionen DM. Damit gehörten sie zwar noch lange nicht zu den Superreichen wie Warren Buffet, Bill Gates oder den Gebrüdern Albrecht. Aber für ein sorgenfreies Leben ohne Arbeit war es mehr als genug. Die Geissens gaben das Geld einige Jahre mit vollen Händen aus. Dann tritt das Privatfernsehen an die Geissens heran. Es wird im Chalet der Geissens in Kitzbühel gedreht.

Später wirken die Geissens in“Goodbye Deutschland! Die Auswanderer“ mit. Und kamen gut an bei den Zuschauern. Die Deutschen wollten die Geissens sehen. Am Ende bekamen Sie 2011 eine eigene Sendung. Anfangs kümmerte sich die Firma Joker Productions um die Produktion der Sendung. Die Geissens waren bezahlte Protagonisten und mussten sich um nichts selbst kümmern, selbst ihre Facebookeinträge wurden von Mitarbeitern von Joker Productions verfasst. So wurden die Geissens von der Firma gezielt zur Marke aufgebaut.

2014 kam es zum Konflikt zwischen den Geissens und ihrer Produktionsfirma. Die Geissens arbeiten nicht länger für die Firma und verlassen die Firma nach einer öffentlich geführten Schlammschlacht. Mit RTL einigen sich die Geissens: Es wird eine neue Firma gegründet, die Geiss TV, an der die Geissens einen Anteil von 40% halten. 51% hält die Produktionsfirma EndemolShine. Die Leitung übernimmt der erfahrene Manager Rainer Laux. Soweit so gut. Aber schon nach 10 Monaten steigt EndemolShine aus der Partnerschaft aus.  Offenbar haben damals schon die berüchtigten Wutanfälle von Robert Geiss eine Rolle gespielt. Aus dem Umfeld der Show hieß es angeblich: Wer jeden Tag drei Mal von Geschäftspartnern angeschrien wird, verliert irgendwann die Lust.

Im Oktober 2015 übernimmt die Roberto Geissini AG die volle Kontrolle über die Geiss TV. Robert Geiss hat jetzt die volle Kontrolle über die Produktion.

Heute sind Robert und Carmen über 50 Jahre alt und haben viel Geld mit der Sendung in den letzten 5 Jahren verdient. 172 Folgen der Geissens hat es bisher gegeben. Nach der Sommerpause 2016 wird eine 12. Staffel gedreht werden.

Werden seine Allüren Robert Geissen zum Verhängnis?

Bisher ist Robert Geissen mit seinem despotischen Verhalten durch gekommen, ohne dass es irgendwelche Nachteile für ihn gehabt hätte. Im Gegenteil, Robert Geissen hat alle Mitteilhaber weggeboxt und sich zum Alleinherrscher über das Geissen-Imperium aufgeschwungen. Aber er hat im Laufe der Zeit auch viele wertvolle Mitarbeiter vergrault, deren Know How fehlt. Und es gibt jetzt niemanden mehr, der Robert Geiss noch widersprechen kann. Wie wird es mit den Geissens weitergehen? Nicht um sonst heißt es „Hochmut kommt vor dem Fall“. Zunächst wird noch eine 12. Staffel gedreht. Doch die Einschaltquoten sind in den letzten Monaten drastisch zurückgegangen. Ob es noch 13. Staffel geben wird, oder ob RTL2 die Geissens irgendwann fallen läßt, steht derzeit noch in den Sternen.


Bildquelle Robert Geiss: http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Geiss#/media/File:Robert_Geiss_Poldi_Benefitzspiel.jpg